Grafisches Kabinett
02 December 2011 - 05 February 2012
Im Zentrum der Malerei Lecia Dole-Recios steht die Materialität des Bildträgers, auf dem die Künstlerin arbeitet und den sie gleichzeitig bearbeitet. Dole-Recio verwendet für ihre Arbeiten keine vorgefertigten Leinwände, sondern produziert ihre Oberflächen selbst: Mit Klebstoff collagiert sie Papier, diverse Kartonagen und Pergament zu einem Beschichtungsuntergrund, den sie nach der malerischen Bearbeitung wieder zerschneidet und somit dekonstruiert. Die Sättigung und Komposition der Farben sowie die konstruktivistisch anmutende Führung des Pinsels tragen dabei genauso zur Beschaffenheit ihrer Werke bei, wie die Tiefe der positiven und negativen Räume, die sie mit dem Messer freilegt. Sprichwörtlich wie buchstäblich verwandelt die Künstlerin die Trägermedien ihrer Malerei in mehrschichtige Konstruktionen, die sich einer eindeutigen Kategorisierung entziehen. Der Gedanke an Architektur drängt sich auf, städtebauliche Gefüge aus der Vogelperspektive betrachtet, Mapping. Genauso lassen die Farb-, Material- und Raumarrangements an Musikstücke denken, Vorlagen für die Vertonung musikalischer Experimente, deren rhythmische Zusammensetzung sich aus den Tiefen der Malerei speist. Für ihre Ausstellung im Grafischen Kabinett der Secession entwickelt Lecia Dole-Recio eine neue Werkserie.
Lecia Dole-Recio, geb. 1971 in San Francisco (US), lebt und arbeitet in Los Angeles.