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„Eine ganz neue Realität schaffen“
Drei Videos der russischen Künstlerin Anna Ceeh mit Musik von Park Modern aka Evgeny Beresnev (Wladiwostok, RUS)
"Das Material zu den drei Videos habe ich auf der Kola-Halbinsel bei Murmansk aufgenommen und in der Stadt Kolomya in der Ukraine“, so die St. Petersburger Künstlerin Anna Ceeh. „Ich setzte meine Kamera ‚konfrontional’ zur alltäglichen medialen Realität ein, um eine neue Wirklichkeit zu schaffen.“
In der Kontakt-Galerie kann man Ausschnitte aus diesen drei Videos sehen. Die vollständigen Arbeiten sind wesentlich länger. In ihnen vermischen sich die Realitäten von auf das Medium Video gebanntem Medialem (TV) und dem medialisierten Realen. Oft lässt sich nicht mehr unterscheiden, was das eine oder das andere ist. Auf den Videos sieht man unter anderem Aufnahmen aus dem Zweiten Weltkrieg, eine Fernsehsendung aus Beslan („Ein Jahr danach“) und Aufnahmen aus Murmansk. „Die Verfremdungen durch Farbe und Musik sind bewusst gewählt und verhelfen dieser neuen Realität, die vielleicht realer ist als die reale Realität, ‚auf die Sprünge’“, meint die Künstlerin Anna Ceeh. Sie bezieht sich in ihrer Arbeit auf den russischen Philologen Michail Bachtin, der sich in seiner Arbeit mit der „Macht des Karnevalesken“ in der Literatur auseinander setzt. Übersetzt in die visuelle und audiovisuelle Sprache: Das Groteske erlaubt, Zeit und Raum von vorgesetzten Pseudonormen zu befreien, die bestehenden manipulierten vertikalen Hierarchien auf ihre Inhalte zu prüfen und zu stürzen, um Platz für das Neue zu schaffen.
Anna Ceeh wurde 1974 in St. Petersburg geboren und studiert an der Akademie der Künste in Wien. Die Videokünstlerin und Fotografin, Festival-Organisatorin und Musiklabel-Managerin (Laton Records) lebt und arbeitet in Wien.
Ihre Arbeiten präsentierte sie bereits unter anderem in der „Galerie Hit“ (Soloausstellung) und „A4“, beide Bratislava (SK), in der Secession, Wien (A), im MAK – Depot of Contemporary Art, Wien (A); im Künstlerhaus Wien, im Kunstraum, Innsbruck (A), beim „Noize and fury“-Festival, Moskau (RUS), im Volkspalast, Berlin (D), im Center for Contemporary Art, St. Petersburg (RUS) und bei „Detali zvuku“, Kiew (UKR).
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