| English Version Über unsProjekteReport ArchivKalenderNewsletterSuche | ||||
|
| 2010-04
„Ha zwei Ooo“: eine Wasser-Ausstellung im ZOOM Kindermuseum„Ha zwei Ooo“ präsentiert neben Informationen über Verbrauch, Beschaffung oder Bekämpfung von Wasser eine lustvolle „Pritschel-Tour“ mit Installationen von Künstlern wie Michael Kienzer und David Moises – räumlich inszeniert von Architekt Michael Wallraff.Kinder und Wasser in einer interaktiven Ausstellung? Eine große Herausforderung für die Kuratorin Brigitte Felderer, die ihr junges Publikum das Element Wasser im Museum auf spielerische Weise entdecken lässt. Die Ausstelllung „Ha zwei Ooo“ bietet neben Informationen über Verbrauch, Beschaffung oder Bekämpfung von Wasser eine lustvolle „Pritschel-Tour“ mit Installationen von Künstlern wie Michael Kienzer und David Moises – räumlich inszeniert von Architekt Michael Wallraff.Wasser ist lebensnotwendig: Tatsächlich benötigt die Erde selbst Wasser, um sich zu bewegen, und die Bewohner der Erde wiederum können ohne Wasser nicht überleben. Katastrophenszenarien ereignen sich sowohl bei zu viel Wasser (Hochwasser) als auch bei zu wenig Wasser (Trockenheit). Sauberes Wasser ist kostbar, schmutziges, verseuchtes Wasser ist lebensgefährlich. Alle 15 Sekunden stirbt ein Kind an verdorbenem Wasser. In manchen Regionen Afrikas gehört es zu den Aufgaben von Frauen und Mädchen ab neun Jahren, Wasser in Krügen herbeizutragen. Acht Stunden am Tag benötigen sie allein für die Verrichtung dieser Arbeit. Menschen sind, je nach Standort, damit beschäftigt, Wasser zu bekämpfen oder Wasser dorthin zu schaffen, wo es gebraucht wird. In Österreich leben wir in Hinblick auf Wasser in luxuriösen Verhältnissen, was die Inszenierung einer Wasser-Ausstellung wohl auch erst möglich macht.„Wasser ist an sich natürlich lustig“, erklärt die Kuratorin Brigitte Felderer, „aber Kinder sind ein anspruchsvolles und kritisches Publikum. Ich musste mich umfangreich in das Thema einarbeiten.“ Allerdings geht es im ZOOM Kindermuseum nie um reine Wissensvermittlung. Hier werden den jungen Besuchern Geschichten erzählt, die sie aktiv mitgestalten können. Zum Thema Wasser erklärt Felderer: „Bei aller gebotenen Dramatik sollte die Annäherung an das Thema lustvoll bleiben.“ Dieser Bogen von Information zu interaktiver Partizipation ist im ZOOM auf jeden Fall gelungen, beobachtet man die übermütigen, ausgelassenen, kreischenden, auf prall gefüllten Wasserschläuchen dösenden oder in ausgetrockneten Wüstenlandschaften filmenden Kinder. Wesentlich für die Ausstellung sind, wie bei jeder Ausstellung im Kindermuseum, die Architektur und die räumliche Inszenierung, die diesmal der junge Wiener Architekt Michael Wallraff übernommen hat. Im ersten Raum taucht man in die Wasserwelt ein. Der Sitzballon in der Mitte erscheint wie aus Jules Vernes „20.000 Meilen unter dem Meer“, und überdimensionale inländische Fische an den Wänden lassen auch Erwachsene klein aussehen. Quasi trockenes Wasser lernen die Kinder mit den Wobbels des Künstlers David Moises kennen, der Wasser in dichte, sackartig geschnürte Plastikhüllen verpackt. Wie riesige Wasserblasen liegen sie am Boden verstreut, laden zum Herumlungern und fantastischen Abtauchen in andere Welten ein. Auf das zauberische Verhalten von Wasser macht eine Installation der Künstlerin Iris Andraschek aufmerksam. Kleine Alltagsgegenstände mutieren in mit Wasser gefüllten Glasbehältern zu geheimnisvollen, ulkigen, märchenhaften Wesen; winzige, lebende Bitterlinge und Stichlinge schwimmen dazwischen im selben Becken umher. Sandige Trockenheit und fehlende Wasserquellen vermittelt die illusionistische, eine Wüstenregion vorspiegelnde Wandmalerei. Für einen zeitgenössischen Umgang mit dem Thema sorgen elektronische Medien sowie kindgerechte Befragungen und das Raumerlebnis eines betretbaren Zeltes. Eine wunderschön „verbotene“ Installation befindet sich hinter der Wüste, wo ein Fluss über eine Möbellandschaft braust. Gehalten von schmalen Aluminiumschienen an den Rändern, fließt das Wasser über die Oberflächen der Einrichtungsgegenstände, als wäre der ganze möblierte Raum ein einziges Bachbett. An diesem Ort sammeln sich Kinder wie einst um den (legendären) Dorfbrunnen; hier rinnt und sprudelt echtes Wasser, paradiesische Freiheit. Der Künstler Michael Kienzer zu seiner Installation: „Die Tatsache, dass Wasser über Möbel rinnt, hat etwas Anarchisches, Ursprüngliches an sich. Es erinnert mich an den Satz von Rainer Metzger: ‚Die Richtigkeit des falschen Gebrauchs.‘ Wasser ist ein freies Material und bahnt sich seinen Weg, mitunter zerstörerisch.“ Für die Kinder soll die ungewöhnliche Wasserbahn eine Inspiration dazu sein, allerlei wassertaugliche Gegenstände für den experimentellen Gebrauch zu basteln. Im letzten Raum steht eine große Maschine in einem Wasserbecken. Die Wasserkraftpumpstation sieht wie eine Wasser-Wunder-Wunsch-Maschine aus und zeigt am Ende, wie viel Kraft Wasser ausüben kann, wenn man diese Kraft steuert – aber auch die Kinder lassen es dort einmal gehörig „spritzen“ und „sprudeln“. Brigitte Felderer ist Ausstellungskuratorin und Lehrbeauftragte an der Universität für Angewandte Kunst, Abteilung für Kunst und Kultursoziologie. Gemeinsam mit Ernst Strouhal hat sie den Sammelband „Rare Künste“ über die Mediengeschichte der Zauberkunst publiziert. Ulrike Guggenberger ist Kunsthistorikerin, freie Kuratorin und Journalistin sowie Kunstvermittlerin am Museum der Moderne Salzburg. Kuratorin und Konzept: Brigitte Felderer Architekt: Michael Wallraff Ausstellungsgrafik: Loys Egg Produktion: Virgil Guggenberger Künstlerinnen und Künstler: Iris Andraschek Jürgen Claus Michael Kienzer und Tom Klengel David Moises » Back to report |
|
|
||
| Das MehrWERT Sponsoringprogramm der Erste Bank Home | Imprint | sponsoring.kultur@erstegroup.com | sponsoring.sozial@erstegroup.com | ||||