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| 2011-11
DAVID MALJKOVIĆ (HR), ATTILA CSÖRGŐ (HU) und LECIA DOLE-RECIO (US) in der Secession
Die Secession setzt ihr erfolgreiches Programm 2011 mit starken Positionen von David Maljković, Attila Csörgő und Lecia Dole-Recio fort. Alle drei arbeiten mit unterschiedlichsten Materialien und Medien – gemeinsam ist ihnen die interdisziplinäre Inszenierung und die Form von thematischen Collagen.
DAVID MALJKOVIĆ (HR)
Die Collagen, Filme und architektonischen Inszenierungen des kroatischen Künstlers David Maljković sind Teil der aktuellen Auseinandersetzung mit der Moderne. Seine Aufmerksamkeit gilt skulpturalen und architektonischen Symbolen, die vor dem Hintergrund des jugoslawischen Sozialismus für Aufbruch und Veränderung standen: das Monument für die Opfer des Zweiten Weltkrieges von Vojin Bakić; der italienische Pavillon auf der Zagreber Messe der 1960er-Jahre; das Werk der experimentellen Architekten- und Künstlergruppe Exat 51, die Anfang der 1950er-Jahre für die abstrakte Kunst sowie die Synthese von Kunst und sozialem Kontext eintrat. Maljković verhandelt die Bedeutung des historischen, kulturellen und theoretischen Erbes seiner Heimat neu, indem er es in Bezug zur Gegenwart und zu den Möglichkeiten der Zukunft setzt.
In seinen Collagen kombiniert er häufig historische Ansichten von symbolträchtigen Monumenten mit aktuellen Fotografien, die Schauplätze seiner Filme fungieren hingegen als Projektionsfolie für die Fortschrittsgedanken einer jüngeren Generation und strahlen eine Atmosphäre von ungenutztem Potenzial und resigniertem Optimismus aus. Die Arbeiten Maljkovićs loten die Dialektik zwischen scheinbar vergessenen Innovationen, dem ruinösen Zustand vormals euphorischer Projekte und der heutigen Übergangs- und Aufbruchszeit aus.
David Maljković, geb. 1973 in Rijeka (HR), lebt und arbeitet in Zagreb (HR).
ATTILA CSÖRGŐ
Die fotografischen, skulpturalen und zeichnerischen Arbeiten des ungarischen Künstlers Attila Csörgő führen ihre Betrachter mit Humor und Ironie an naturwissenschaftliche Fragestellungen heran – mit oft unerwarteten und vor allem kurzweiligen Ergebnissen. Wissenszweige wie Kinetik, Optik oder Geometrie werden von Csörgő mit experimentellen Anordnungen erkundet. In seinem Werk lotet der Künstler Fragen der menschlichen Wahrnehmung sowie Gedanken über die Konstruktion der Welt aus. Indem er etwa Bewegungsabläufe oder energetische Prozesse mittels ihrer Erscheinung als Licht in Fotografien bannt, macht er Phänomene, die unter herkömmlichen Bedingungen nicht wahrnehmbar sind, sichtbar und schärft auf diese Weise das Verständnis für das Selbstverständliche. Seine Apparate baut der Künstler mit alltäglichen Gegenständen und Materialien. Bei der Skulptur „Magnet Spring“ (1991) ließ Csörgő beispielsweise die Magie des Magnetismus wirken. Zwölf Glaspaneele standen allein durch die Abstoßungskraft von unzähligen Magneten aufrecht, welche die Form von Eishockeypucks hatten und zu schweben schienen. Mit „Moebius Space“ (2006) entwickelte der Künstler eine Vorrichtung für eine Kamerafahrt, die es ihm erlaubte, eine fotografische Möbiusschleife herzustellen – einen Loop, in dem die beiden Enden eines Films, selbst bei einer 180-Grad-Drehung, immer noch perfekt miteinander korrespondierten. Attila Csörgő wird in der Secession eine neue Arbeit präsentieren.
Attila Csörgő, geb. 1965 in Budapest (HU), lebt und arbeitet in Budapest (HU).
LECIA DOLE-RECIO
Im Zentrum der Malerei Lecia Dole-Recios steht die Materialität des Bildträgers, auf dem die Künstlerin arbeitet und den sie gleichzeitig bearbeitet. Dole-Recio verwendet für ihre Arbeiten keine vorgefertigten Leinwände, sondern produziert ihre Oberflächen selbst: Mit Klebstoff collagiert sie Papier, diverse Kartonagen und Pergament zu einem Beschichtungsuntergrund, den sie nach der malerischen Bearbeitung wieder zerschneidet und somit dekonstruiert. Die Sättigung und Komposition der Farben sowie die konstruktivistisch anmutende Führung des Pinsels tragen dabei genauso zur Beschaffenheit ihrer Werke bei wie die Tiefe der positiven und negativen Räume, die sie mit dem Messer freilegt. Sprichwörtlich wie buchstäblich verwandelt die Künstlerin die Trägermedien ihrer Malerei in mehrschichtige Konstruktionen, die sich einer eindeutigen Kategorisierung entziehen. Der Gedanke an Architektur drängt sich auf, städtebauliche Gefüge aus der Vogelperspektive betrachtet, Mapping. Genauso lassen die Farb-, Material- und Raumarrangements an Musikstücke denken, Vorlagen für die Vertonung musikalischer Experimente, deren rhythmische Zusammensetzung sich aus den Tiefen der Malerei speist. Für ihre Ausstellung im Grafischen Kabinett der Secession entwickelt Lecia Dole-Recio eine neue Werkserie.
Lecia Dole-Recio, geb. 1971 in San Francisco (US), lebt und arbeitet in Los Angeles (US).
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Project
Durch die langjährige Partnerschaft mit der Secession legt die Erste Bank einen Schwerpunkt auf die Förderung zeitgenössischer Kunst.
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