Erste Bank MehrWERT-Kunstpreisträger 2017

Zum zweiten Mal vergibt die Erste Bank die MehrWERT-Kunstpreise an jene Künstler, die bereits im weissen haus gezeigt wurden oder am Atelier- und Residence-Programm von studio das weisse haus teilgenommen haben.

Es handelt sich um zwei Auszeichnungen:
Einmal wird ein mit 3.000 Euro dotierter MehrWERT-Kunstpreis verbunden mit einem einmonatigen Aufenthalt in New York und einer Ausstellung im dort ansässigen Austrian Cultural Forum von 28. Juni bis 03. September 2017 vergeben. Die Realisierung dieser Auszeichnung findet in Zusammenarbeit mit studio das weisse haus und dem Austrian Cultural Forum New York statt.

Der weitere Erste Bank MehrWERT-Kunstpreis in der Höhe von 1.500 Euro ist mit einer Einzelausstellung im weissen haus – voraussichtlich im Herbst/Winter 2017/2018 – verbunden. Die Betreuung und Umsetzung dieser Präsentation wird ausschließlich von das weisse haus verantwortet.

 

Preisträger 2017

© Karl Salzmann

© Karl Salzmann

KARL SALZMANN

Jurybegründung:
Die Jury hat sich für Karl Salzmann und sein Ausstellungskonzept entschieden, das unter dem Titel Monopulism eine aus mehreren Komponenten bestehende, performative (Sound-)Installation vorsieht. Überzeugt hat die Bezugnahme der Installation auf die politische Gegenwart, eingelöst durch die bestechende metaphorische Qualität der einzelnen Versatzstücke.

Im fensterlosen Ausstellungsraum wird durch die mittige Positionierung des Lautsprechermonuments das Bild einer totalitären, auf eine Stimme ausgerichteten Gesellschaftsstruktur aufgerufen. Die Bar am Eingang fungiert als Metapher für seichtes Geplänkel wie für Verdrängung, während sich zwei Staubsaugerroboter den Raum servicierend unterordnen. Zerstörte Mikrofone stehen sinnbildlich für das Verstummen von Gegenstimmen und die Klänge von David Hasselhoffs Looking for Freedom muten wie der weit in die Ferne gerückte Amerikanische Traum an. Auch das vermeintlich Schöne von Salzmanns Bildwerken mit dem Titel Detonation entpuppt sich im Kontext der Gesamtinstallation als unmittelbar bedrohende Kraft.

In der postfaktischen Gegenwart der USA erhält Karl Salzmanns (Sound-)Installation eine besondere Relevanz. Darüber hinaus ist sie jedoch generell ein starkes Statement zu den Themen Machtmissbrauch, Manipulation und Repression.

 

© Marlena König

© Marlena König

NIKA KUPYROVA

Jurybegründung:
Auf Empfehlung der Jury wird der mit 1.500 Euro und  einer Einzelausstellung im weissen haus dotierte Erste Bank MehrWERT-Kunstpreis an Nika Kupyrova vergeben. Die für New York formulierte Auseinandersetzung mit Gesten/dem Gestischen kann mit Sicherheit in überzeugender Weise auch auf die räumliche Situation im weissen haus hin entwickelt werden. Der Horizont des Gestischen reicht von Kinderspielen über das Kneten von Teig bis zum Beschwören von Kristallkugeln und damit von unschuldig-ritualisierten über funktionale bis hin zu manipulativen Handlungen und ist auch gerade in unserer DIY-Gegenwart mit Heilsversprechen wie mit reaktionärem Eskapismus verbunden.  

Jurymitglieder
Verena Gamper (Kuratorin Kunsthalle Krems)
Christine Haupt-Stummer (Geschäftsführerin section.a)
Manisha Jothady (Kunstkritikerin)
Alexandra Grausam (Leiterin das weisse haus und studio das weisse haus)

Moderation
Ruth Goubran (Leiterin MehrWERT Sponsoringprogramm der Erste Bank
Katja Stecher (Projektkoordinatorin studio das weisse haus)

 

www.w.studiodwh.at

www.acfny.org