Stadtarbeit und Erste Bank
MehrWERT-Designpreis 2016

Der Erste Bank MehrWERT-Designpreis im Festivalformat „Stadtarbeit“ wurde heuer zum zweiten Mal vergeben und geht an das Projekt FEUERKÜCHE von Johanna Dehio und Valentina Karga. Auch wurde ein Anerkennungspreis an DESIGNING LOCALITY – YouarehereVienna verliehen.

 

Erste Bank MehrWERT-Designpreis 2016

FEUERKÜCHE
Johanna Dehio, Valentina Karga

Die FEUERKÜCHE ist eine partizipative, öffentliche Aktion, bei der in einem exemplarischen Prozess rohe Materialien in eine funktionsfähige Kocheinheit umgewandelt werden: Geschirr, Töpfe und Tischöfen werden aus Ton geformt und im Holzfeuer reduzierend gebrannt. Als Höhepunkt wird an einer festlichen Tafel nach Rezepten der Teilnehmenden gekocht und gemeinsam gegessen. Durch Hands-on-Arbeit wird der sinnliche Kontakt mit dem Rohmaterial Ton und das Archaische des Kochens auf offenem Feuer erlebbar gemacht. Das Projekt möchte die Entwicklungsschritte nachvollziehen, die auf dem Weg vom Material zum Gebrauchsgegenstand durchlaufen werden.

Jurybegründung: Johanna Dehio, Valentina Karga und ihr Team haben in konsequenter ästhetischer Praxis mitten in Margareten einen poetischen Ort geschaffen. Menschen unterschiedlicher Herkunft kommen zusammen um Gefäße zu töpfern, kochen gemeinsam, lernen voneinander. Der gestaltete Rahmen und die Begleitung der Projektgruppe ermöglichen eine Begegnung, die über Wertschätzung und Wissensvermittlung starke zwischenmenschliche Kraft hat. Die Jury verleiht dem Projekt FEUERKÜCHE den Erste Bank MehrWert-Designpreis.

 

Erste Bank MehrWERT-Designanerkennungspreis 2016

DESIGNING LOCALITY - YouarehereVienna

Zehn Tage lang setzt sich YouarehereVienna im Rahmen eines temporären, offenen Redaktionsbüros intensiv mit Theorie und Praxis des „Be(com)ing Local“ auseinander. Der Schwerpunkt liegt auf partizipativem Social Design – gemeinsam mit den Festivalbesucherinnen und -besuchern erforschen alte und neue Locals die unmittelbare Nachbarschaft, den Bezirk Margareten. Aus diesen gemeinsamen Erkundungen, Workshops und Gesprächen werden vor Ort Inhalte produziert, illustriert und in die vier Sprachen des Guides – Deutsch, Englisch, Arabisch, Farsi/ Dari – übersetzt. So entsteht auf der Website von YouarehereVienna ein "Neighbourhood Guide" für Margareten, der unter dem Hashtag #youareheremargareten auch via Social Media erweitert werden kann.

Jurybegründung: An "New Local", einem mobilen Guide “to be(come)ing local”, arbeitet die Gruppe YouarehereVienna bereits über einen längeren Zeitraum intensiv. Im Rahmen der Vienna Design Week hatte das “multi-lokale” Team bestehend aus: Sabine Ballata, Imran Rehman, Talia Radford, Tom Walcher, Verena Snurer, Hamza Faizal, Andreas Barla, Mouhamad Alhassan, Ali Kianmehr, Bagher Ahmadi, Faiz Rasuli und Doris Pinzger erstmals die Möglichkeit gemeinsam an einem Ort gleichzeitig an dem Projekt zu arbeiten. Das Projekt ist ambitioniert, greift den Bedarf der Mehrsprachigkeit auf, vereint verschiedene Initiativen und versucht kulturelle Gegebenheiten abzubilden. Die mehrsprachige Zielgruppe ist in die Realisierung eingebunden.
Die Jury erkennt ein hohes Entwicklungspotential in diesem Projekt und vergibt an YouarehereVienna den Anerkennungspreis.

 

Jurymitglieder 2016

Andreas Rumpfhuber (Architekt), Jutta Kleedorfer (Mehrfach- und Zwischennutzung, MA 18), Georg Irsa (Caritas, Erzdiözese Wien), Ruth Goubran, Theres Fischill (Erste Bank), Lilli Hollein, Marlene Leichtfried (Vienna Design Week)

 

Die weiteren Stadtarbeit-Projekte 2016

VEBSHTUL
Projektteam Vivinger

Architekturstudenten bauen eine übergroße Webstuhlapparatur. Nach der Industrialisierung war die Textilproduktion für Margareten lange Zeit identitätsprägend. Heute erinnern nur noch Statuen an der Fassade der ehemaligen jüdischen Textilwarenfabrik Altmann an die unterschiedlichen Produktionsabläufe. Mit dem Projekt VEBSHTUL wird der einstige Arbeiterbezirk Margareten erneut Schauplatz textiler Fertigung. Am Siebenbrunnenplatz  entsteht einer überdimensionaler Webstuhl, der zehn Tage lang vom Projektteam betreut wird. Der Prozess der Produktion wird zum eigentlichen Produkt. Die performative Intervention im Stadtraum zielt auf die Interaktion mit Besucherinnen und Besuchern ab und bringt die Webtradition zurück ins Gedächtnis.

 

TRANSMIGRATION
OH THAT PLACE

Das Projekt versammelt Grassroots-Bewegungen, die sich der positiven Integration von Migrantinnen und Migranten in Wien verschreiben. TRANSMIGRATION  forciert den Dialog über Social Design und die Auseinandersetzung mit migrantischen Themen. Mit seinem Programm soll es Möglichkeiten zum Transfer von Wissen und Skills zwischen der kreativen Community Wiens und Migrantinnen und Migranten schaffen. Folgende Initiativen stellen sich in täglichen Talks, Workshops und Führungen vor: bockwerk, IntegRADsion, Vienna to go, Taste of Home, A Wiener, halal! und BUNT gemischt. Begleitend skizziert eine wachsende Ausstellung die Entwicklung der einzelnen Projekte seit ihrer Entstehung, das temporäre Café VoZo dient als Begegnungsort während der Festival-Laufzeit.

 

www.viennadesignweek.at