Erste Bank Filmpreis 2026

Der Erste Bank Filmpreis 2026 geht an: Forever…Forever von Johann Lurf.

Forever…Forever

Johann Lurf
Österreich, Frankreich 2026, 21 min, kD

Jurybegründung

Erste Bank Filmpreis Jurymitglieder Sebastian Höglinger, Silvia Bohrn, Preisträger Johann Lurf, Jurymitglied Christine Dollhofer und Festivaldirektorin Eva Sangiorgi | © Viennale/Alexi Pelekanos Close PrevNext

Bilder, die die Zeit sind. Ein Blick auf einen Waldviertler Stausee über die Jahre. Genauer gesagt über 22 Monate, durchgehend festgehalten auf dem eigens entwickelten VistaRama65mm-Analogfilmformat, in das sich die wechselnden Lichtstimmungen der Jahreszeiten und eine ganze Welt im Kleinen einschreiben. Mit stetig zunehmender Belichtungszeit entwickelt sich das Leinwandspiel zur wahrhaften Kosmologie des Kinos, in der physikalische, zeitliche und räumliche Gesetze ausgehebelt zu sein scheinen.

Der ausgezeichnete Film besticht auf mehreren Ebenen: als sinnliche Wahrnehmungsmagie im Leinwandbild einerseits, als technische Versuchsanordnung andererseits, die im streng getakteten Zusammenspiel von Rhythmus, Bild und Sound auf ein fulminantes Kinofinale zusteuert. Wenn in den letzten 17 Sekunden des Films ein kompletter Jahreszyklus über die Leinwand donnert, ist das Kino bei sich. 24 Stunden Leben pro Analogbild. Gänsehaut.

Der Erste Bank Filmpreis geht in diesem Jahr an einen Experimentalfilm, den es in dieser Form noch nie gegeben hat. Und an einen Filmemacher, der das Kinobild und die Kinoapparatur in konsequenter Vermittlung denkt. Letztlich geht dieser Preis auch an eine Filmgattung, die im Regelkinobetrieb kaum Sichtbarkeit erhält – und dabei die Sicht auf unsere Welt umso deutlicher aus den Angeln hebt und damit ins Bewusstsein rückt.