
Foto: Katharina Klement © Etta Gerdes
Katharina Klement wird mit dem Erste Bank Kompositionspreis 2026 ausgezeichnet
Der 37. Erste Bank Kompositionspreis wird an Katharina Klement vergeben. Die Uraufführung des Preisträgerwerks findet am 22. November 2026 im Rahmen von Wien Modern statt.

Foto: Katharina Klement © Maria Frodl
Katharina Klement (geb. in Graz) ist als „composer-performer“ in den Bereichen komponierter und improvisierter, elektronischer und instrumentaler Musik tätig. In ihrem umfassenden Werk finden sich zahlreiche querverbindende Projekte innerhalb der Medien Musik, Text und Video. Kaum jemand fächert die Möglichkeiten musikalischen Materials, von der Entscheidung bis zu dessen Manipulation, so weit auf wie Katharina Klement. Ihre vorbildliche Bereitschaft, die Grenzen der Klangforschung zu erweitern, zeugt oft von einer systematischen Strenge, die den indirekten Ergebnissen ihrer Improvisationen und Kompositionen vorausgeht und macht sie zu einer authentischen Stimme im Streben nach unabhängiger Kunst.
Zentral für die Herangehensweise der Pianistin und „Ökophonistin“ ist die unverblümte Einbeziehung der akustischen und sozialen Wirklichkeiten in ihr Werk. Nichts ist ihr fremd, alles wird erforscht. Im Zentrum ihrer kompositorischen Welt steht die Wirklichkeit in ihren vielfältigen Erscheinungsformen.
Die Uraufführung ihres Preisträgerwerkes findet im Rahmen des Festivals Wien Modern am 22. November 2026 durch das Klangforum Wien statt.
Statement der Jury
Die Komponistin, Pianistin, Ökophonistin, Klangexploratorin Katharina Klement, die ERSTE BANK Kompositionspreisträgerin 2026, beeindruckt durch ihre genreübergreifend furchtlose, frische Herangehensweise an die unterschiedlichsten, musikalisch-künstlerischen Aufgabenstellungen. Zentral für ihre Herangehensweise ist die unverblümte Einbeziehung der uns umgebenden akustischen und sozialen Wirklichkeiten in ihr Werk.
Die Klement´sche klangliche Feldforschung findet in ihren kammermusikalisch konzipierten Werken aber nicht – wie in anderen ihrer Werke – am Bauernhof oder im Betonwerk statt, die strukturelle Klangsuche sucht im komponierten Bereich nicht das Freie einer freien Improvisation, sondern dort ist die Klangsuche tatsächlich weitestgehend ins Innermusikalische verlagert. Das ist für konzertante Stücke, auch wenn gelegentlich Betonmischmaschinen mit auf der Bühne stehen, insbesondere für Ensembles essenziell.
Die Jury – Gerd Kühr, Christian Scheib, Peter Paul Kainrath
Statement der Preisträgerin
„Als ich von der Zuerkennung des Preises erfuhr, war ich völlig überrascht, bald machte sich aber große Freude darüber breit. Neben der Anerkennung meiner Arbeit bietet er mir die Möglichkeit und Herausforderung, wieder mit den wunderbaren Musiker:innen des Klangforum Wien zusammen zu arbeiten. Die gemeinsame Reise zu neuen Klangräumen möge gelingen! Ich bedanke mich bei der Erste Bank, bei der Jury und dem Klangforum Wien.“
Über Katharina Klement
Katharina Klement (geb. 1963 in Graz) studierte Klavier an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien bei Manfred Wagner-Artzt, Ursula Kneihs, sowie Komposition bei Dieter Kaufmann, und absolvierte den Lehrgang für elektroakustische und experimentelle Musik. Ihr besonderes Interesse gilt der elektroakustischen Musik und dem Instrument Klavier mit erweiterten Spieltechniken. Als „composer-performer“ und Klangkünstlerin ist sie international tätig. Sie ist Gründerin und Mitglied mehrerer Ensembles für improvisierte Musik.
Kompositionsaufträge und Zusammenarbeit mit verschiedenen Ensembles wie Klangforum Wien, ensemble recherche, PHACE, Schallfeld, platypus, Lizard, Studio DAN, Duo Novalis, ovocutters, airborne extended. Konzerte und Aufführungen, u.a. in Montréal/Festival Nouvelles Musiques, Ljubljana/Festival SO.UND.ING, Dortmund/Festival Blaues Rauschen, St. Petersburg/Festival Acousmonium, Triest/Festival chaos-teatri del suono, Sao Paolo/BIMESP, Chicago/Festival sexing sounds, Wien Modern, musikprotokoll Graz, Kaleidophon Ulrichsberg. Ihre Arbeiten sind auf zahlreichen Tonträgern erschienen, u.a. bei gruenrekorder, Ventil records, chmafu nocords, Austrian grammophone, smallforms.
Sie erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u.a. Publicity Preis SKE 2001, „honorary mention“ 2006 ars electronica Linz, Staatssipendium für Komposition Österreich 2002 und 2011, Kunstpreis Österreich Sparte Musik 2013, Gustav Mahler Preis 2017, Musikpreis der Stadt Wien 2021, erster Preis Akusmatik Wettbewerb Weimar 2023.
Katharina Klement unterrichtet am Lehrgang für elektroakustische und experimentelle Musik an der Universität für Musik und darstellende Musik Wien.
Website: www.katharinaklement.com
Der Erste Bank Kompositionspreis
Der Erste Bank Kompositionspreis hat sich als eine der bedeutendsten Auszeichnungen im Bereich der Neuen Musik etabliert. Seit 1989 vergibt die Erste Bank jedes Jahr einen Kompositionspreis in Würdigung des bisherigen Schaffens an herausragende Komponistinnen und Komponisten, die eine Vielfalt ästhetischer Positionen repräsentieren. Der Erste Bank Kompositionspreis ist verbunden mit mindestens drei Aufführungen des Klangforum Wien. Die Uraufführung findet in der Regel im Rahmen des Festivals Wien Modern statt. Darüber hinaus ermöglicht der Erste Bank Kompositionspreis eine Veröffentlichung des neuen Werks und eines Portraits auf einem zeitgemäßen Tonträger. Die Auswahl der Preisträger:innen erfolgt durch eine Jury bestehend aus Gerd Kühr (Komponist), Christian Scheib (ORF, musikprotokoll) und Peter Paul Kainrath (Intendant Klangforum Wien).